In Pairi Daiza geborenes Bartgeier-Weibchen wird in den deutschen Alpen ausgewildert.
Zwei im März 2026 in Pairi Daiza geborene junge Bartgeier-Weibchen nehmen in diesem Jahr an wichtigen europäischen Wiederansiedlungsprogrammen teil: eines im Nationalpark Berchtesgaden in den deutschen Alpen, das andere in den Grands Causses im Süden des französischen Zentralmassivs.

Für Pairi Daiza ist ihre Auswilderung ein konkreter Beitrag zum Schutz eines der ikonischsten Greifvögel Europas, einer Art, die Anfang des 20. Jahrhunderts aus den Alpen verschwunden war und dank internationaler Zucht- und Wiederansiedlungsprogramme nun schrittweise zurückkehrt.
Deutsche Presseeinladung zum 24.06.2026 Bartgeier-Auswilderung 2026: LBV und Nationalpark Berchtesgaden setzen bekanntes Artenschutzprojekt fort
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Ein in Pairi Daiza geborenes Weibchen nimmt am deutschen Wiederansiedlungsprogramm teil
Eines der beiden jungen Weibchen, das am 20. März in Pairi Daiza geboren wurde, wurde im April in den Zoo Beauval in Frankreich gebracht, wo es von einem anderen Bartgeier angenommen wurde. Gemeinsam reisen die beiden Vögel nun nach Deutschland, um am Wiederansiedlungsprogramm für Bartgeier teilzunehmen, das vom bayerischen Naturschutzverband LBV(Landesbund für Vogel- und Naturschutz) und dem Nationalpark Berchtesgaden geleitet wird.
Bereits zum sechsten Mal in Folge führen der LBV und der Nationalpark Berchtesgaden dieses wichtige Artenschutzprojekt fort. Im Rahmen einer nichtöffentlichen Veranstaltung am Klausbachhaus am 24. Juni erhalten die beiden jungen Geier ihre Namen, bevor sie vom Bartgeier-Team zum Auswilderungsort in der Halsgrube gebracht werden. Dort werden die noch nicht flugfähigen Vögel in eine geschützte, eingezäunte Nische in einer Felswand gesetzt.
An diesem sicheren Standort in den Bergen werden die jungen Bartgeier weiter heranwachsen und ihre Flügel stärken, bevor sie in drei bis vier Wochen zu ihren ersten Flügen aufbrechen. Ziel des Projekts ist es, die mitteleuropäische Bartgeier-Population zu stärken und die langfristige Rückkehr der Art in den Alpenraum zu unterstützen.
Ventus hat ihr neues Leben in den Grands Causses bereits begonnen
Ein zweites Weibchen, Ventus, wurde am 13. März in Pairi Daiza geboren. Sie ist vor Kurzem in den Grands Causses im Süden des französischen Zentralmassivs angekommen. Ihre Umsiedlung ist Teil des europäischen LIFE-Gyp’Act-Programms, das darauf abzielt, Bartgeier-Populationen zu stärken und die Populationen in den Alpen und den Pyrenäen wieder miteinander zu verbinden.
Am 9. Juni verließ Ventus Belgien in Richtung der Cévennen-Felsen von Roc Salidou, im Herzen des Regionalen Naturparks Grands Causses. Begleitet wurde sie auf dieser langen Reise von Thomas, ihrem Tierpfleger in Pairi Daiza, in enger Zusammenarbeit mit den Teams vor Ort, insbesondere jenen des Nationalparks Cévennes.
Nach ihrer Ankunft wurde Ventus in ein Freiluft-Adoptionsnest gesetzt, gemeinsam mit Ventalon, einem jungen Männchen aus dem Puy du Fou. Die beiden Vögel werden dort rund dreißig Tage verbringen. Wie ein Panoramabalkon über den Tälern der Cévennen gelegen, ermöglicht ihnen dieses Nest, sich schrittweise an ihre neue Umgebung zu gewöhnen und gleichzeitig ihre Muskulatur vor dem ersten Flug in die Wildnis zu stärken.
Vor ihrer Auswilderung wurden die beiden jungen Bartgeier mit größter Sorgfalt vorbereitet. Einige ihrer Federn wurden in einem bestimmten Muster gebleicht, ähnlich einem „Barcode“, damit sie aus der Ferne visuell identifiziert werden können. Ventus wurde außerdem beringt, mit einem GPS-Sender ausgestattet, um ihre Bewegungen verfolgen zu können, und gewogen. Zu diesem Zeitpunkt wog sie etwa 5,7 Kilogramm.
Ein europäischer Beitrag zum Artenschutz
Diese Wiederansiedlungen sind Teil des europäischen LIFE-Gyp’Act-Programms, das darauf abzielt, Bartgeier-Populationen zu stärken und die Populationen in den Alpen und den Pyrenäen wieder miteinander zu verbinden. Sie zeigen die entscheidende Rolle, die zoologische Einrichtungen, Wildparks und Naturschutzpartner beim Schutz bedrohter Arten spielen. Über die Emotion hinaus, junge Vögel den Park verlassen zu sehen, leisten diese Auswilderungen einen konkreten und wissenschaftlich koordinierten Beitrag zur Zukunft des Bartgeiers in Europa.
Johan Vreys

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